Buchempfehlungen: H wie Habicht, Der letzte Sommer der Tauben & Der Junge im Taxi
Shownotes
Bücher in dieser Folge Abbas Khider – Der letzte Sommer der Tauben Ein Roman über Unterdrückung, Widerstand und verlorene Freiheit.
Helen Macdonald – H wie Habicht Trauer, Falknerei und die außergewöhnliche Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Sylvain Prudhomme – Der Junge im Taxi Familiengeheimnis, Besatzungskinder und die Suche nach verlorenen Wurzeln.
Persönliche Buchtipps
Josuas Buchtipp: Astrid Lehmann – Und der Wind steht still. Ein Schicksal zwischen Schwarzwald und Bretagne
Axels Buchtipp: Marcel Pagnol – Eine Kindheit in der Provence: Marcel / Marcel und Isabelle
Mehr von „Seite 1 – Was soll ich lesen?“ Alle Folgen, YouTube und Podcast-Plattformen: https://linktr.ee/seite1podcast
Hosts: Josua Straß und Axel Dürr
Transkript anzeigen
00:00:01: Das nächste Lieblingsbuch beginnt mit einer Empfehlung.
00:00:04: Seite eins, was soll ich lesen?
00:00:06: Der Podcast mit Josua
00:00:08: Strass
00:00:08: und Axel Dürren.
00:00:13: Neue Ausgabe von Seite Eins – Was soll ich Lesen, Josua?
00:00:16: Und ja ... Ich kann nur sagen viele Bücher!
00:00:20: die wir heute wieder empfehlen können.
00:00:21: Und zwar aus ganzem Herzen, ganzer Seele und sagen können das sind wirklich klasse Bücher, die sich zu lesen lohnen.
00:00:29: also auch noch mal vielen Dank für deinen Impuls und dein Input den du als Buchhändler gegeben hast denn Du hast ja wirklich auch täglich mit Kundinnen und Kunden zu tun und musst natürlich immer so schauen und merken und fühlen letztendlich fern ab eines Algorithmus sondern im menschlichen Gespräch was die Kundin gerne lesen und ob sie möglicherweise auch nach die eine oder andere Grenze überschreiten, ja aus dem einen oder anderen Zimmer mal in ein anderes Lesezimmer gehen.
00:01:00: Wie ist da deine Erfahrung?
00:01:01: Wie offen sind denn die Kundinnen und Kunden?
00:01:03: Ach das kommt ein bisschen drauf an.
00:01:04: manchmal gibt es dieses spontanen warum nicht auch?
00:01:07: was anderes habe ich ja auch schon gesagt ist es die Frage worauf haben Sie Lust?
00:01:11: manchmal spürst du, wie sich da der Schalter umlegt und sie sagen eigentlich würde ich jetzt gerne.
00:01:16: Und manchmal ist es eine Evolution.
00:01:19: Ja die Leute wurden drei-vier mal gut beraten.
00:01:21: vielleicht macht man das auch ein bisschen proaktiv sagt wissen Sie was?
00:01:25: Sie lesen zwar sonst nur Krimis aber ich habe hier etwas Literarisches.
00:01:29: Das hat einen hohen Spannungswert aber es ist kein klassischer Krimi oder im Umkehrschluss Wie wäre's vielleicht mit einem leichten Krimie wo nicht so viel Blut fließt?
00:01:37: Die mögen es psychologisch Es gibt auch psychologische Thriller Und dann hat man plötzlich unter Umständen dieses Aha-Lebnis.
00:01:45: und gerade jetzt im Sommer, wo die Leute vielleicht auch ein bisschen beweglicher sind.
00:01:50: Wo sie sagen ach warum nicht?
00:01:51: Ich habe einen Tapetenwechsel ich bin jetzt plötzlich im Ferienhaus oder schon für den Flieger auf dem Weg dorthin was wär's denn?
00:01:59: Und da hat man plötzlich eine andere emotionale Qualität in der Beratung und das sind zum Teil ganz tolle Begegnungen.
00:02:06: Wir werden heute tolle Begegnungen mit tollen Büchern haben.
00:02:10: Die meisten hast du empfohlen, Joshua und ich würde sagen starten wir!
00:02:14: Ich glaube die meisten haben was mit zu tun – natürlich mit Vergangenheitsbewältigung, mit Lehrstellen, die auszufüllen sind... Ein bisschen Heimat, natürlich auch die Heimat als Sicherheit.
00:02:29: Wenn einem die Heimat genommen wird aber vielleicht auch ein lieber Mensch genommen wird Die Menschen dann wiederum ins Chaos gestürzt werden.
00:02:38: all das verbindet glaube ich die Bücher und wir sagen starten wir mit.
00:02:44: Aber es geht ja
00:02:46: Einer der Autoren den ich immer gerne im Blick habe und von dem ich mich auch immer freue, wenn was Neues gekommen ist.
00:02:56: Damals mit der Ohrfeige hat er mich sehr beeindruckt.
00:02:58: Das war im wahrsten Sinn des Wortes eine Ohr feige aber auch die Folgebücher.
00:03:03: Abbas Qider ein Autor, der Ende der neunziger nach Deutschland gekommen ist aus dem Irak und der einfach inzwischen zu den etablierten deutschsprachigen Autoren zählt Mit diesem letzten Sommer der Tauben wie Ich finde.
00:03:20: wieder ein ganz starkes lesenswertes Buch, ein Buch über eine... Ja, auch ein Tapetenwechsel.
00:03:26: Aber natürlich einen sehr unfreiwilligen und mit viel Gewalt verbundenen.
00:03:31: Es geht um die Übernahme einer Stadt im Nahen Osten.
00:03:35: Es wird bewusst nicht etikettiert.
00:03:38: Wir haben diese Besatzer, wir haben die Veränderungen, die damit einhergehen.
00:03:44: Ich finde eine ganz starke Setting dadurch, dass es für mich so was Zeitloses hat.
00:03:49: Natürlich erkennen wir irgendwo bis zum XXI.
00:03:54: Aber wenn man vielleicht ein paar Parameter rausnimmt, dann ist das eine Geschichte die sich so auch im Mittelalter sogar in der Antike hätte abspielen können.
00:04:03: Also die Übernahme und dieser Übergriff in den Alltag hinein.
00:04:10: Das Verändern von Strukturen.
00:04:13: Auch die Angst, die mit einzieht.
00:04:15: Das Misstrauen, dass damit eine hergeht Und auch die Frage, wann ist für mich in dem Fall der Icherzähler ein junger Mann?
00:04:25: Der auch diesen Kipppunkt näher kommen sieht und plötzlich sich dazu entscheidet Widerstand zu lösen.
00:04:35: Und zwar aufgrund einer scheinbaren nebensächlichen Sache.
00:04:39: Es geht um die
00:04:40: Tauben.
00:04:42: Die Tauben als Symbol Denn Frieden natürlich aber auch als Boten wird sich dann im Laufe des Romans dann auch rausstellen, dass sie dann auch diese Funktion haben.
00:04:52: Nämlich von Menschen die gegen das Regime sind und sich über ... Tauben diese Nachrichten transportieren lassen.
00:05:00: Also insofern Taube als Symbol des Friedens, aber auch ganz einfach als Hobby!
00:05:04: Das sind auch Enthusiasten die wirklich eine große Community haben und alle Tauben züchten und den ganzen Tag an ihre Taubendenken und sie fliegen lassen zurückkommen lassen und sich damit beschäftigen.
00:05:17: also Passion das ist auch etwas was sie verbindet was letztendlich
00:05:22: die Strukturen
00:05:23: in diesem Dorf verbinden.
00:05:24: Da gibt es ganz viele Taubenzüchter und ganz viele Familienmitglieder, und man merkt dann wie du schon gesagt hast mit diesen Besatzern, mit diesen religiösen Besatztern, die jetzt plötzlich neue religiose Regeln einführen, die man so zumindest aus den Nachrichten kennt, also dass die Frauen nicht mehr allein auf die Straße gehen dürfen, dass sie die Frauen Nicht mehr arbeiten dürfen, das die Frauen zu Hause bleiben müssen.
00:05:51: und vor allem auch dem Vater, der ein Bekleidungsgeschäft hat.
00:05:54: Und bisher immer farbenfrohe Kleidung im Schaufenster hat ausgestellt.
00:06:01: plötzlich muss er Burkas und wirklich ganz dunkle Farben Verschleierungen quasi ausstellen.
00:06:09: da zeigt sich diese Veränderung von den Farben von diesem bunten Leben davor hin jetzt zu einem Leben Unterdrückung, aber eben nicht mit einem Knall.
00:06:21: Sondern das ist subversiv immer mehr wie... Ich will sagen, vielleicht bei einem Teppich, der nicht mit einmal zerrissen werden kann.
00:06:30: Weil er ist stark genug!
00:06:31: Aber trotzdem werden Fäden für Fäde aus diesem Teppi herausgezogen und man merkt wie Muster verschwinden.
00:06:39: Und das in diesem Dorf, dass eine Gemeinschaft langsam sich auflöst?
00:06:44: Ja, eben auch diese politische Agenda die sich wie so ein Geschwür in den Alltag hinein wuchert, die sich irgendwann auch nicht mehr übersehen lässt Was ja auch so raffiniert ist, eben was gesagt.
00:06:57: Die Taube als Symbol für Frieden und Liebe.
00:07:03: Ja die Turteltauben sind für uns auch sowas.
00:07:06: Die Taube durchaus in der Antike, auch in der Religion.
00:07:14: Der Vogel mit dem Zweig im Schnabel, der nach der Arche nur sagt Achtung!
00:07:19: Es gibt wieder Hoffnungen.
00:07:21: Die jetzt als Kommunikationsmedium.
00:07:24: für uns ist die Taube eigentlich längst kein Kommunikation-Medium mehr, ja?
00:07:28: Wir haben unsere Handys, wir haben unser Internet... ...wir haben vielleicht auch noch wenn man ein bisschen klassischer veranlagt ist.
00:07:34: Die Briefe, die man schreibt aber das sind alles Medien, die können überwacht werden.
00:07:43: steht plötzlich genauso wie die Taubenzüchter unter Generalverdacht.
00:07:48: Dieser Vogel überbringt eine Botschaft, die regimekritisch oder regimefeindlich ist und deswegen muss die Taube weg.
00:07:56: Und jetzt schließen sich sozusagen die Taubenzüchter zusammen und sagen wir wollen nicht unter General verdacht stehen ja?
00:08:03: Wir wollen nicht dass dieser extrem intime Bereich unseres Privatlebens plötzlich auch noch Reglementiert wird und ein Stück weit schockiert.
00:08:18: So wie du es auch angesprochen hast, ja die Frauen müssen sich verschleiern.
00:08:21: Die Frauen dürfen nicht mehr arbeiten.
00:08:24: da ist für andere Menschen dieser Kipppunkt bereits erreicht.
00:08:27: bei den Taubenzüchtern braucht's wirklich dieses ganz intime bis sie sagen wir leisten Widerstand vielleicht unsichtbar Wohlwissend, was wir alles aufs Spiel setzen.
00:08:39: Aber jetzt ist für uns der Moment erreicht, wo wird dieses Regime nicht mehr handeln lassen?
00:08:45: Und das ist eine ganz starke Botschaft und dass ihr natürlich auch aus eigener Erfahrung oder aus den Kontakten, die er hat so unglaublich intensiv schildern
00:08:57: kann.
00:08:58: Lass uns noch kurz über die Sprache sprechen denn Aber du hast es erwähnt, aber Skidda und das ist wirklich unglaublich.
00:09:05: Schreibt in Deutsch!
00:09:05: Das heißt er kommt aus dem Irak.
00:09:08: Er hat da wahrscheinlich gar nicht Deutsch gelernt sondern er hat jetzt erst... um zweitausend, als er nach Deutschland gekommen ist.
00:09:15: Gelernt!
00:09:16: Und insofern erschreibt auf Deutsch und das zeichnet natürlich auch diese Bücher aus die eine ganz besondere Sprache haben.
00:09:22: Eine sehr na... Er wird manchmal beschrieben mit poetisch.
00:09:26: ich finde sie gar nicht so poetisch.
00:09:27: Diese Sprache die schon sehr klar und der benennt schon sehr klar was passiert aber er beschreibt es nicht.
00:09:34: also beispielsweise Der Junge sieht, wie eine Frau gesteinigt wird.
00:09:40: Aber das wird nicht explizit beschrieben sondern genau nur darüber dass er sagt ich hab's gesehen ist dieses Bild bei uns wie schlimm es vielleicht gewesen sein könnte Es wird nicht exzessiv beschrieben Sondern es wird angedeutet und das macht es sehr viel stärker.
00:09:58: Ja und Ich finde es unglaublich gut Bei den Bildern im Kopf eben gerade Und Das Ist ja die große Kunst darüber sprechen was nicht
00:10:07: sichtbar
00:10:07: ist und ich glaube die poesie entsteht zum teil natürlich über das setting.
00:10:12: ja wir haben diese diese erzählkunst die vielleicht bei uns auch anders stattfindet dieses dieses orientalisch.
00:10:23: Ich hoffe, dass wir da nicht zu sehr in Klischees jetzt drin sind.
00:10:26: Aber es ist einfach eine andere Denke und eine andere Sprech- und damit auch Formulierweise.
00:10:30: Und das kommt einem natürlich auch auf eine andere Art und Weise wahr, weil's plötzlich greifbar ist diese Kulisse, die Gerüche, was man schmeckt.
00:10:43: Wir wissen sofort wie Sinn woanders.
00:10:46: aber wir wissen leider Es ist nicht so, dass bei uns das Regime sich in irgendeiner Form manifestieren kann.
00:10:55: Und das macht ihnen unglaublich stark diese Brücke zwischen den Kulturen, die er sichtbar
00:10:59: macht.
00:11:00: Danke für die Empfehlung!
00:11:01: Es hat mich sehr bewegt dieses Buch zu lesen.
00:11:04: Es war auch literarisch wirklich ein Genuss das zu lesern und deswegen auf jeden Fall unsere beide Empfehlungen für Abbas Kiddar der letzte Sommer der Tauben erschienen Hansa!
00:11:19: Genau.
00:11:21: Ja, wir können sogar beim Verlag bleiben.
00:11:23: Wir bleiben im Verlag und wir bleiben beim Geflügel wenn man es so will.
00:11:29: Wir gehen weiter
00:11:30: von den Tauben zum Habicht.
00:11:33: Das war jetzt deine Empfehlung.
00:11:34: ich kannte das Buch zwar schon aber das war ein inneres Jubilieren.
00:11:38: Wir haben das gleiche Buch gelesen gutgefundene.
00:11:43: Für dich gab es aber neben der Lektüre, die für dich offensichtlich lange nachgewirkt hat noch einen zweiten Grund warum wir über dieses Buch sprechen?
00:11:51: Das wusste ich nicht!
00:11:53: Wir reden über Helen MacDonald H. W. Habicht ein Buch das so vor zwanzig Jahren für Furore gesorgt hat in etwa und jetzt aber verfilmt wird oder wurde und jetzt in den Kinos ist H.W.H.B Ich denke mal wenn man sich einen tollen Film anschaut vielleicht hat man da noch Lust, das Original nämlich das Buch zu lesen was sehr viel dicker ist als der Film.
00:12:17: Das heißt also da es wesentlich mehr drin als jetzt die neunzig oder hundert Minuten des Films und insofern ja lohnt sich dieses Buch auf jeden Fall wiederzulesen.
00:12:27: Und Habi Habicht, das handelt von ... Ja, da steht auch nicht Roman.
00:12:33: Das ist so ein Mischmarsch.
00:12:34: Also es ist möglicher als ein Roman schon, also Roman Formen.
00:12:39: Es ist autobiografisch, es ist ein Memoir.
00:12:43: Es eine wissenschaftliche Abhandlung.
00:12:45: Es is ganz viel was in diesen, ja, was sind's?
00:12:48: Vierhundertsechtzig Seiten eingepackt ist dass Helen Macdonald da beschreibt, sie ist passionierte Habicht-Forscherin.
00:13:00: Praktizierende Falkenrinnen,
00:13:02: glaub ich der über Falknerin.
00:13:04: Seitdem sie jung ist, seit sie Kind ist hat sie das nicht mehr losgelassen während andere mit Puppen gespielt hat.
00:13:09: Hat sie Bücher verschlungen über Falten, über Habichte, über Greifvögel.
00:13:15: bei einem Zoo hat die sich genau angeguckt und diese Passion hat sie begleitet.
00:13:19: und letztendlich ist es der Versuch auch ihr Leben zu retten, mit den Harbichten.
00:13:25: Ja das Großartige an diesem Buch ist dass es drei Ebenen hat und diese drei Ebenden finde ich aber auf eine unglaublich gelungene Art und Weise miteinander verknüpft sind.
00:13:35: Und ... Es ist glaube ich... Es ist kaum ein Roman.
00:13:39: Natürlich ist es erzählerisch, aber das Spannende hat sie drei Sachebenen.
00:13:44: Einmal erzählt sie über Greifvögel, über Falkenerei und diesen zentralen Habicht.
00:13:50: Auch das erfährt man so ganz nebenbei.
00:13:52: Der Habicht ist das Habicht-Weibchen.
00:13:55: Da kommt dann auch die Nordsprache hinein der männliche Habichtes, der
00:13:59: Habicht
00:14:00: Tee.
00:14:00: Herzl, das weiß glaube ich kaum jemand der sich damit beschäftigt hat.
00:14:04: Dann kommen auch Fachbegriffe wie Ehrmantel.
00:14:08: Das ist wenn das Habicht-Weibchen oder wenn der Greifvogel so seine Flügel schützend über eine Beute legt.
00:14:14: Er arzt!
00:14:15: Wenn er gerade etwas isst.
00:14:17: Er kröpft ja auch das in den Nahrungsvorgang hinein.
00:14:22: Das heißt die eine Ebene ist Falkenerei.
00:14:26: Wie richte ich die ab?
00:14:27: Was für eine Verbindung entsteht zwischen Mensch und Tier.
00:14:30: Die zweite Ebene ist ihre Trauerarbeit, der Tod ihres Vaters, den sie irgendwie verarbeiten muss – die Lücke, die Sie versucht über diesen Habicht zu schließen, den Sie abbrichten will.
00:14:42: Und das Dritte ist eine beinah schon biografisch zu nennen, biographisch-literarische Arbeit über T. H. White, der in England sehr populär ist über eine moderne Erzählung der König Artus sage Und das ist, glaube ich, das Einzige, wenn ihr Hobbit Press bei Kled Kotter erkennt.
00:14:59: Der kennt vielleicht auch diesen König von Camelot.
00:15:03: und insofern hat sie gleich drei Themen die einzeln, glaube Ich abschrecken müssen und in dieser Verknüpfung der Ebenen miteinander unglaublich gut sind.
00:15:16: Das emotionalisiert einfach.
00:15:17: Für dich war, glaube ich, dieses Monster von Habich zu einer wuchtigen Szene oder?
00:15:24: Ja also sie beschreibt schon und ich glaube das ist es auch so die sich auskennen jetzt bei den Vögeln oder mit den Vögeln oder die Falkner die wissen dass der Habicht wohl ein ganz besonderer Vogel ist habe ich gelernt und es wird auch so beschrieben.
00:15:42: Der Habicht, da heißt es Töten, töten, töten!
00:15:46: Das ist vielleicht auch die Faszination dieses Vogels und damit auch wahrscheinlich ihre Trauerarbeit der nur in der Gegenwart im Moment lebt also der genau sieht was passiert gerade.
00:15:58: Wo ist das Tier, dass sich erlegen kann?
00:16:01: Und dann kommt der Trieb es zu erlegen und nichts anderes als dieser Triebe.
00:16:06: Das hilft ihr für uns vielleicht ein bisschen Fremde.
00:16:11: Sie beschreibt ihn auch als Reptil.
00:16:14: Obwohl's natürlich ein Vogel ist aber ein Reptil, das davor hier steht.
00:16:18: Dass man ganz behutsam natürlich begleiten muss in diese neue Menschenwelt wenn man so einen Habicht aufzieht und zähmt.
00:16:28: Und das tut sie aber eben mit dem Ziel irgendwann, und das merkt sie auch – es kommt auch der Begriff Wahnsinn davor, dass sie mehr und mehr abdriftet!
00:16:38: Und letztendlich zum Habicht wird.
00:16:40: sie sieht plötzlich die Welt als Habicht-Welt da ist Beute, da ist eine Deckung, da hat sich was bewegt.
00:16:50: Also, sie gibt ihren Beruf auf.
00:16:54: Sie ist nur noch zu Hause und nichts anderes als der Habicht.
00:16:58: Turnt sie an und gibt ihrem Lebensinn um über diese Trauer hinwegzuhelfen!
00:17:04: Genau, sie wird mehr oder weniger zur Soziopathin.
00:17:08: Sie zieht sich auch zurück in eine eigentlich von Männern dominierte und von Männeren geprägte Welt.
00:17:15: natürlich war die Falknereihe vom Mittelalter an oder im Nahen Osten noch viel länger den Männern zustehende Arbeit Und natürlich schildert sie auch diese Faszination.
00:17:27: Ich habe dieses Monster Killerwesene, das gemeinsame Wurzeln hat mit dem T-Rex.
00:17:35: Ja?
00:17:35: Die Dinosaurier der Archäoptrix als geflügeltes Reptil sozusagen.
00:17:40: und dann entstehen die Vögel Und auch die Faszination, die davon ausgeht, die auch Männer glaube ich extreme anregt.
00:17:48: Ich dominiere dieses wilde Tier und mache es zu einer Waffe Und dem gibt sie sich zum Teil hin.
00:17:57: Sie spürt diese Macht Und zum Teil revoltiert sie dann aber auch, indem sie beispielsweise mit diesem Habicht-Weibchen anfängt zu spielen.
00:18:07: Ja?
00:18:08: Indem sie eine Emotion reinbringt, die viele Männer auch TH-White, der eben ein von ihr gelesenes Buch über den Habicht geschrieben hat.
00:18:21: Die er auch so nicht sehen konnte.
00:18:22: TH-white ging es auch darum dieses Tier zu dominieren und als er merkt das klappt nur bis zum gewissen Punkt, überlegt er schon wieder, hol ich mir ein anderes!
00:18:31: Und als der Habicht von TH- White verloren geht, holt er sich andere Tiere.
00:18:37: Das ist überhaupt nicht ihr.
00:18:39: Sie emotionalisiert dieses Thema ein Stück weit und dadurch gelingt, glaube ich auch diese Trauerarbeit.
00:18:46: Es ist ja ein zutiefst berührendes Buch.
00:18:48: Einmal diese Botschaft Achtung Tiere sind nicht nur Tiere.
00:18:53: Und zum zweiten Ich muss Emotion in diesen Prozess reinbringen.
00:18:59: Sonst kann ich die Trauer Arbeit über den über den auch abrupt verlorenen Vater.
00:19:05: Das ist keine Leidensgeschichte, dieser Vater stirbt nicht an der Krankheit sondern es kommt diese Situation die jeder fürchte das kommt der Anruf und die Mutter ist dran und sagt er ist tot ja?
00:19:17: Und diesen Schlag kann sie nur kompensieren über eine emotionale Arbeit und das ist so wahnsinnig gut.
00:19:26: also sie nähert sich TH Weithier auch emotional.
00:19:29: und wer diesen King of Camelot mal gelesen hat Er erkennt auch, dass TH-Weid in seiner Literatur so emotional ist wie es in seinem Leben eigentlich nie sein konnte.
00:19:41: Aber ein zutiefst traumatisierter Mensch in einem Internat aufgewachsener und eine sexuelle Biografie die ihn einfach zum Außenseiter gemacht hat.
00:19:53: Er hat es aber nicht geschafft, diesen Vogelliebe entgegenzubringen.
00:19:57: Interessanterweise in seinen Büchern.
00:19:59: Da funktioniert's emotional ganz anders.
00:20:01: die Art und Weise dir zum Beispiel auch diese Liebe zwischen Lancelot und der Frau von König Arthus Genevra schildert Die ist zutiefst sensibel und emotional.
00:20:13: das sind Aspekte die in seinem Leben leider nie stattgefunden haben.
00:20:17: Und dieses Buch ich glaube das lieben wir ja auch dieses Buch Das Lust macht auf mehr Ja, das sagt ich.
00:20:23: Ich will mich jetzt mit Falknerei-Ebelschäftigen oder mit TH-White?
00:20:27: Also Joshua wirklich nach diesem Buch auch wieder habe ich geguckt wo gibt es denn Falkner rein und wo kann ich mal einen Habicht in Realität sehen um diese Faszination dieser Killermaschine auch mir mal anzugucken?
00:20:43: Auch da sind wir bei der
00:20:46: Sprache
00:20:47: unglaublich puh ethisch mit unglaublichen Metaphern, Bildern beschreibt.
00:20:55: Dass man... dass man die Augen eines habe ich auf so unterschiedliche Weise, wie sie das tut immer wieder neu zu beschreiben.
00:21:04: Da steckt auch eine große Liebe dahinter also auch eine Liebe zu diesem Tier, dem Wesen des Tieres.
00:21:11: und das macht sie sehr behutsam.
00:21:12: und nur ein Beispiel wie ich finde es ist gleich zu Beginn wo Sie Ihren psychischen Zustand schildert.
00:21:18: da schreibt sich zum Beispiel da muss man erst mal drauf kommen.
00:21:21: Ich habe mich gefühlt oder ich fühlte mich so, als wenn ich ganz viel Alufolie in meinen Kopf reingestopft habe und diesen Kopf jetzt in eine Mikrowelle stecke und es nur so funkensprüht auf so ne Metapher muss mal willkommen.
00:21:35: Und insgesamt wirklich sehr behutsam ja auch sehr respektvoll wie sie diesen
00:21:42: Vogel beschreibt
00:21:44: und wie dieser Vogel so ist.
00:21:46: Es gibt so unglaubliche Szenen auch.
00:21:50: Wenn sie mit dem Vogel, was ja natürlich ist ... Vor zweieinhalb Jahren musste der Vogel angepasst werden auf seine Umgebung und das waren dann Wiesen- und Landschaften.
00:22:02: Jetzt geht's sie mit diesem Vogel durch London durch!
00:22:08: zeigt dem Vogel, das ist deine Welt und das ist eine Umgebung.
00:22:13: Und da gibt es natürlich ganz spannende Begegnungen im Menschen, die sagen um Gottes Willen!
00:22:17: Ja, der Vogel aber gleichzeitig auch ganz neugierig sind und tolle Gespräche mit dieser Umgebungsstatt
00:22:26: filmt.
00:22:26: Genau dieses urbane Setting hier ist ja auch diese ganz starke Killerszene von der du eben gesprochen hast.
00:22:31: sie hat diesen Vogel auf dem Handschuh Und trägt ihn, also natürlich ist er angeleint.
00:22:41: Er kann nicht dahin fliegen.
00:22:42: und dann sieht dieser Vogel eine Frau mit Kinderwagen und sie merkt wie der Jagdreflex auslöst ja?
00:22:49: Sie weiß genauer, dass er dieses Baby gerade als Beute klassifiziert.
00:22:55: Und das ist natürlich für sie auch erst mal ein Schlag ins Gesicht.
00:22:58: Das ist starker auf allen diesen Ebenen, es ist Emotion und es ist Positives wertschätzende Information, der Versuch sich einzuführen.
00:23:10: T. H. Weidt, sie lehnt ja das ab wie er mit dem Vogel umgeht aber sie lehn' ihn nicht ab und sie liest ihn natürlich mit dem Blick des einundzwanzigsten Jahrhunderts.
00:23:23: Aber selbst wenn sie was Kurioses bei ihm findet Sie macht sich nicht drüber lustig.
00:23:28: Es gibt glaube ich dieses eine Zitat wo sie findet.
00:23:31: Er schreibt dass die Älster fliegt wie einer Bratpfanne oder sowas bei T.H.Weidt Und sie sagt er hat recht.
00:23:39: Ja, das ist ein ganz merkwürdiges Flugbild.
00:23:42: Sie lacht nicht einfach drüber sondern sie schaut genau hin und spürt genau hin.
00:23:47: Das ist so wunderbar!
00:23:49: Ich habe mich sehr gefreut dass du dieses Buch rausgesucht hat weil es für mich wirklich eine Perle ist Und ich rate ganz stark dazu dieses Buch zu lesen bevor man sich den Film anschaut wenn's nicht schon passiert ist eine dieser literarischen Erlebniswelten ist, in die man auf alle Fälle noch betreten kann.
00:24:15: Auch nachdem er den Film gesehen hat, den ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen will.
00:24:21: Also habe ich von Herrn McDonald eine Schatztruhe und ein Buch das eine, glaube ich, auf jeder dieser drei Ebenen bereichert
00:24:36: Und ich glaube, die Vogel-Warten und Falknereien werden einen Riesenzustrom haben.
00:24:42: Jetzt nach dem Film aber vor allem auch nach dem Buch werden die Falkhnereien und Vogelwarten in ganz Deutschland sich über hunderte vielleicht tausende Besucher freuen können, die alle mal einen Habicht sich aus der Nähe anschauen können und müssen und wollen um die Faszination dieses Tieres auch mal live zu erleben.
00:25:04: Ganz bestimmt.
00:25:06: Nach Haar wie Habicht ist der Sprung jetzt etwas schwieriger als von den Tauben zu den Habichten, aber es geht wieder um die Lehrstelle und zwar bei Sylvain Brudon, der Junge im Taxi.
00:25:21: Und auch das ein Buch, dass ich gerne empfohlen habe, von dem ich mich auch freue, dass es dir gefallen hat weil's ein Buch war, das mir persönlich sehr viel gegeben hat.
00:25:32: Es spielt Am Bodensee und in Südwestfrankreich, da liegt einiges dazwischen.
00:25:38: Ich durfte es auch als ich zum letzten Jahr in die Hände bekommen habe am Bodenseeleesen.
00:25:42: Da war ein bisschen mehr Kopfkino.
00:25:44: In Baden-Baden gerade hier in der Reinebene funktioniert's aber glaube ich auch sehr gut weil um das Thema der Kinder... aus der Nachkriegszeit geht.
00:25:55: Und es beginnt eigentlich so, dass man gar nicht damit rechnet, dass sowas auf einen zukommt.
00:26:00: Es beginnt mit einer Familienfeier ein Familienfest.
00:26:04: Ein Mann stirbt ein über hundertjähriger und dieser Mann hat natürlich eine große Familie.
00:26:15: und einer aus dieser Familie erfährt bei dieser Begräbnisfeier das ist Onkel gibt, also der Protagonist ist um die fuchzig rum.
00:26:25: Dieser Onkel wird dann wohl um die seventy-fünf sein.
00:26:29: Ein Onkel von dem er nichts wusste.
00:26:31: ja dieser Großvater hatte ein Kind in seiner Besatzungszeit am Bodensee.
00:26:37: Er hat eine Liebesbeziehung zu einer jungen Deutschen und er hat Frau oder Geliebte Kind irgendwann zurückgelassen und ist zurück nach Südwest.
00:26:49: Frankreicher hat Wurzeln in Nordafrika, lebt sein Leben einfach
00:26:54: weiter.".
00:26:55: Und das ist eine Erkenntnis, die den Protagonisten dieses Buches erst mal schockiert.
00:27:02: Er fragt gleich auf dieser Feier... Was ist da?
00:27:06: Wisst ihr das?
00:27:07: Manche schweigen, manche scheinen was zu wissen.
00:27:10: Manche drucksen so ein bisschen rum und er geht erstmal mit diesen Erfahrungen oder neuen Erkenntnissen nach Hause.
00:27:19: in ein unruhiges Zuhause.
00:27:21: Da kommen wir auch noch dazu und es lässt die nicht los, diese Lehrstelle von der man sagen könnte meine Güter ist eine Großfamilie.
00:27:28: ja da sind Dutzende von Leuten.
00:27:29: was macht das denn?
00:27:31: Was macht das dann aus ob da einer mehr oder weniger ist?
00:27:34: aber so einfach ist es nicht.
00:27:35: er sagt da is jemand der gehört zur Familie und der ist jetzt irgendwo in Deutschland.
00:27:42: vielleicht lebt er noch und er macht sich auf die Suche nach diesem Kind dass inzwischen ein alter Mann ist.
00:27:51: Das hat mich emotional komplett abgeholt, diese Frage wie finde ich einen Kind?
00:27:58: Dass inzwischen alt ist?
00:28:01: und diese Suche ... Die dürfen wir mitverfolgen, natürlich auch mit Blicken in die Vergangenheit.
00:28:07: Und die fand ich unglaublich gut und es scheint dir ähnlich gegangen zu
00:28:10: sein!
00:28:10: Ja also ich fand eben vor allem diese zwei Ebenen das ist die eine übrigens ein ja durchaus autofiktsionales Buch von Sylvain Proudhon.
00:28:22: Er nennt sich dort Simon in diesem Buch, aber letztendlich ist er es.
00:28:27: Es ist auch seine Familie und ein Teil seiner Familie.
00:28:31: Und er beschreibt eben tatsächlich die eigene Suche nach diesem Onkel den er M nennt.
00:28:38: also auch den Ort am Bodensee nennt er nicht kleinen Schicksal, einem persönlichen Schicksall einer Familie.
00:28:49: Viel größer und wir lernen am Ende auch das Buch ist.
00:28:53: Das ist vielleicht noch mal der sehr wichtige Effekt dieses Buches ... In der
00:28:57: Nie verraten?
00:28:58: Dass
00:28:58: es kein Einzelschicksal ist, sondern dass über vierhunderttausend Kinder aus der Besatzungszeit in Deutschland immer noch ihre Väter suchen.
00:29:12: Das heißt, die sind alle fünfundsiebzig, achtzig, fünfundachtzig, neunzig, dass so viele Kinder ohne Vater aufgewachsen sind und immer noch auf der Suche nach den damaligen Besatzersoldaten sind, die ja eine kurze Beziehung mit der Mutter hatten und dann weg waren.
00:29:31: also im Grunde er macht mit M etwas auf dass das nicht nur sein persönliches Schicksal ist, sondern etwas.
00:29:41: Eigentlich gar nicht richtig bekannt ist, aber ganz viel betrifft.
00:29:45: Und das macht dieses Buch.
00:29:46: aus meiner Sicht öffnet noch mal dieses Buch in eine ganz andere Ebene.
00:29:50: Das hätte ich nie gedacht!
00:29:52: Es gibt sogar eine Webseite auf der diese ganzen Menschen Männer
00:29:57: Frauen
00:29:58: im Grunde ihre Väter suchen nach so langer Zeit.
00:30:02: und natürlich sind die alle tot mittlerweile die Väter Aber die Familien sie leben ja noch
00:30:08: Teil
00:30:09: dieser Familie.
00:30:11: Und er, Simon beschreibt jetzt in diesem Buch diesen Weg also im Grunde seinen Versuch diesen Menschen dieses damalige Kind jetzt endlich mit seventy fünf Jahren
00:30:24: teil
00:30:25: der Familie werden zu lassen, wo im Grunde dieser Ast ... Also wenn man so den Stammbaum hat.
00:30:31: Dieser Ast ist abgeschnitten worden, er ist ignoriert worden und findet nicht statt in dieser Familie.
00:30:36: Und er versucht jetzt diesen Ast neu wachsen zu lassen.
00:30:40: Das macht dieses Buch wirklich besonders.
00:30:43: Und diese Transformation vom Kind ohne Vater zum Mann ohne Onkel?
00:30:49: Ja!
00:30:49: Dass das einfach so ein ... kluger Schachzug, um diesen Buch erst mal einen ganz anderen Fokus zu geben.
00:30:56: Und ich glaube auch da leistet er – sehen wir mal davon ab dass es literarisch einfach ganz toll ist!
00:31:01: Es ist auch emotional ein Buch das finde ich keine Wünsche offen lässt.
00:31:06: und dieses Titelgebende der Junge im Taxi, das muss man jetzt aufpassen, dass wir nicht so viel verraten.
00:31:13: aber es gibt drei Fahrten sozusagen vom Bodensee nach Südwestfrankreich in diesem Buch und eine dieser Fahrten unternimmt, dieser Junge im Taxi.
00:31:26: Denn der ist auf der Suche nach dem Vater!
00:31:29: Der sucht ihn aktiv, er weiß eigentlich auch wo er ihn zu verorten hat.
00:31:35: und das führt letztlich dann auch dazu dass eben viele Jahre später auf diesem Familienfest, es eben Leute im Familienverbund gibt die durchaus etwas wissen.
00:31:46: Und die nicht nur schweigen weil sie eben keine Ahnung davon haben.
00:31:51: und auch das zeigt ja letztlich wie funktioniert Familie?
00:31:55: Jeder weiß genau wenn in der Familie fünf Leute fragst dann kriegst du fünf unterschiedliche Perspektive und auch dass ist ein Blick der unglaublich gut ist.
00:32:07: Du hast die Zahl genannt, das hat mich genauso getragen.
00:32:11: Das ist kein Phänomen der deutsch-französischen Besatzungszone hier, sondern das ist ganz Deutschland und nicht nur ganz Deutschland, sondern es haben wir überall wo Besitzer sozusagen ob freiwillig oder nicht freiwillige in Island zum Beispiel waren's dann auch die GIs, die irgendwann zurückgegangen sind habe ich auch erfahren.
00:32:34: Diese Kinder waren dann die Herrmannsons.
00:32:37: Die Herr-Mann, also die Kriegersöhne sozusagen!
00:32:41: Also wenn du im isländischen einen Herrmannsonn hast, ist der unter Umständen ein Kind eines Herrmans, eines Kriegers.
00:32:49: Wenn man mal lernt auf diese Spuren zu schauen, dann erlebt man sie überall.
00:32:55: aber die Tragödie erleben wir eben oft nicht und das zeigt dieses Buch finde ich auf eine unglaublich kluge und gute und literarische Art und Weise.
00:33:06: Lass uns noch kurz über Simon sprechen, ich glaube das ist auch nochmal wichtig.
00:33:10: Auch er ist in einer Umbruchssituation ganz, ganz
00:33:14: wichtig!
00:33:15: Er ist gerade in Trennung, er hat zwei Kinder und dann kommt auch später die Scheidung.
00:33:20: Und für ihn bricht im Grunde auch ähnlich wie damals für diesen Jungen eine Welt zusammen.
00:33:26: Er ist auf der Suche nach Halt, nach etwas was ihm neue Kraft gibt weil diese Familie, wie sie vorher da war, die gibt es nicht mehr.
00:33:35: Gibt's wahrscheinlich auch so ein bisschen die Parallele der Junge von damals und eher jetzt?
00:33:39: Und deswegen fühlt er mit, weil er das selber quasi gerade erlebt.
00:33:44: Dass Wurzeln entrissen werden, dass Menschen mit denen er früher zusammen war, weil beispielsweise seine Frau ... Weil es die Familie der Frau ist, die sieht ihr nicht mehr, weil sie in Trennung ist!
00:33:55: Also da werden auch Äste abgeschnitten von Familien-Familienverbünde.
00:34:00: Deswegen ist ihm das so wichtig... diesen jungen, diesen jetzigen Mann, diesen seventy-jährigen Mann zu finden und letztendlich ihm etwas zurückzugeben.
00:34:11: Nämlich Familie Wurzeln!
00:34:14: Ja, und spannenderweise auch – wir haben das Thema ja – ist es eben auch wieder diese Frage wie gehe ich mit der Lücke um?
00:34:22: Selbst wenn ich sehe da entsteht was oder wenn nicht eine andere entdeckt.
00:34:25: Es ist ein Teil eines Reife und eines Wachstumsprozesses.
00:34:29: Wir erleben ja wie er bei dieser Detektivartigen Arbeit, wie er auch eine Mitte findet die ihm drohte verloren zu gehen und das finde ich ist einfach eine ganz starke Leistung dieses Buches zu zeigen.
00:34:48: Wie differenziert ist Familie?
00:34:51: Und Familie ist etwas der sich nie leichtfertig aufgeben darf.
00:34:56: also Ich denke, es gibt ganz viele Möglichkeiten vielleicht nicht so wie bei der Helen MacDonald mit den drei Ebenen.
00:35:04: Wir haben hier diese klare Erzähllinie des Buches aber es gibt sehr viele Möglichkeiten sich den Charakter in diesem Buch zu nähern und es ist ein Buch finde ich ohne viel zu verratene das am Schluss so ein Gefühl des Heilwerdens mit sich bringt und das ist es ja auch immer was man, was man sich hofft.
00:35:30: Ja nicht diese Apoorie am Schluss meinen Güter!
00:35:32: Das ist schrecklich.
00:35:33: oder jetzt... damit habe ich gar nicht gerechnet.
00:35:36: Auch wenn's plausibel ist an andererseits aber auch es ist kein hingekitschtes Ende sondern es ist einfach unglaublich stimmig.
00:35:44: und auch dafür auch diese unglaublich gute ... Strukturierung des Buches, diesen Handlungsbogen vom Anfang bis zum Ende.
00:35:54: Es ist in jeglicher Hinsicht absolut lesenswert.
00:35:57: Sylvain Brudon, der Junge im Taxi vom Unionsverlag herausgegeben.
00:36:04: und wem würdest du das empfehlen jetzt als Buchhändler?
00:36:07: Jeden.
00:36:10: Ja, weil es einfach ... Es ist niedrigschwellig!
00:36:13: Ich komm rein, ich hab nach kürzester Zeit diese Bindung zum Buch Gut, natürlich jeden.
00:36:19: Natürlich gebe ich es keinem Krimileser oder jemand der sagt, ich brauche eine schöne Liebesgeschichte oder sonst wie immer.
00:36:26: Ich glaube dieses Thema Familie das betrifft uns ja irgendwo alle und das hatten wir auch in unseren anderen Sendungen schon dieses ins Buch blicken und sich selber erkennen Das funktioniert bei dem Jungen im Taxi unglaublich gut.
00:36:40: Und es ist niedrigschwellige Literatur, auch das ist es ja was einem mit was macht.
00:36:45: man erkennt die Schönheit der Sprache, man er kennt die Klugheit der Konstruktionen und insofern ist es ein Buch bei dem ich sage dass das können ganz viele Menschen mit großem Gewinn lesen.
00:36:57: Kommen wir zu unseren persönlichen Highlights den Kurzemfehlungen Büchern unseren Hörerinnen und Hörern, Zuschauern gerne ans Herz legen.
00:37:08: Und sagen das ist on top.
00:37:10: noch ein tolles Buch was man vielleicht auch in den Urlaub mitnehmen kann von Duman Ja
00:37:15: wir bleiben in der Region Von Astrid Lehmann und Der Wind steht still beim Kmeinerverlag.
00:37:23: Auch hier wieder einen Buch über Deutsch Französische Beziehungen im wahrsten Sinne des Wortes.
00:37:30: Es ist ein Buch, in dem wir auch in der Nachkriegszeit oder Kriegsende und nach Kriegszeit landen.
00:37:37: eine junge Frau, die einen Mann hat, der in den Krieg gezogen ist.
00:37:43: Ein Mann, der nicht zurück kommt, denn die eine Liaison mit einem jungen Franzosen anfängt.
00:37:48: Auch aus dieser Liaison entsteht ein Kind mehr oder weniger weggenommene.
00:37:56: Es gab also eine Bewegung, ein Vorgehen der französischen Besatzer.
00:38:05: die sind hingegangen in die Kinderkliniken und auch an die Wochenbetten In die Familien haben gesagt, aha da ist ein Kind.
00:38:16: Das hat einen französischen Vater.
00:38:18: das ist dir doch eh nur eine Last.
00:38:20: oder was es wenn dein Mann doch aus dem Krieg zurückkommt wie willst du das erklären?
00:38:24: Wir kümmern uns um diese Kinder wir nehmen die in speziell dafür geschaffene Heime.
00:38:29: Wir sorgen dafür dass sie das Leben von Prinzen und Prinzessinnen in Frankreich führen können.
00:38:37: auch hier eine große Zahl hunderttausend solche Fälle etwa.
00:38:43: Und natürlich war es nicht ganz so prinzessinnenhaft, was dann mit diesen Kindern die zum Teil auch wieder in traumatisierte Familien in Frankreich weitergegeben wurden passiert ist und Astrid Lehmann hat ein Buch darüber geschrieben das mich sehr berührt hat und dass auch eben auf persönlichen Gespräche unter anderem mit einer Frau die das selbst ein solches Schicksal miterlebt hat.
00:39:06: Dieses Gespräch war eine starke Grundlage für dieses Buch.
00:39:10: Wenn man sich weiter mit deutsch-französischer Geschichte beschäftigen will in einem sehr seriös recherchierten Roman, dann ist dieses Buch glaube ich eine ganz tolle Lektüre.
00:39:22: Astrid Lehmann beim Kmeiner Verlag und der Wind steht
00:39:25: still!
00:39:27: Ich habe mitgebracht einen Klassiker eigentlich von Marcel Pan Yol, eine Kindheit in der Provence.
00:39:33: Und er beinhaltet dieser Band Marcel und Marcel und Isabel zwei Romane von Marcel Pan YOL.
00:39:41: Pan Yол großer Autor, großer Regisseur im Frankreich.
00:39:49: Der hat in den Ende der Fünfzigerjahren diese beiden Romane als Rückblick, als Biografie.
00:39:55: Da war er über sechzig aus der Sicht eines Sechzigjährigen quasi noch mal zurückgeblickt auf seine... Kindheit.
00:40:02: Das fand also, in den Jahren war er in der Provence mit seiner Familie und die sind quasi wie das in Frankreich immer so ist wenn man es sich leisten konnte.
00:40:14: Und offensichtlich konnten sie sich als Lehrer- und Schneiderinnen die Eltern in die Sommerfrische zu fahren.
00:40:20: Also letztendlich Sie hatten da ein Haus wo Sie dann über den Sommer quasi in der Province diesen Sommer verbracht haben von der Stadt letztendlichen aufs Land.
00:40:31: eine wunderschöne Kindheit.
00:40:33: Das muss man wirklich mal sagen, das ist ein Buch wo keine großen Probleme in der Kindheit sind sondern Kinder noch das sein dürfen, was sie sind.
00:40:43: Nämlich Abenteurer, Seeräuber die rausziehen in die Landschaft und Spiele spielen.
00:40:49: Das, was wir vielleicht auch noch konnten in den Achtzigern unterwegs seien.
00:40:56: Und auf Bäume klettern und Hecken schlagen also Brombeer-Hecke und Hütten bauen.
00:41:02: auch all das macht er auch der kleine Marcel und findet danach natürlich noch Isabel.
00:41:10: und aber großartiges, ohne irgendwie sentimental zu sein oder kitschig zu sein.
00:41:18: Großartige zwei Bände in diesem Buch der eine Unbeschwerte Kindheit zeigen.
00:41:26: Eine warme Kindheit, eine Kindheit wo der Sommer ist und ich empfehle das jedem, der im Süden oder Norden ist egal wo.
00:41:35: aber wenn die Sonne untergeht wenn so ein leichter Wind kommt vom Meer sich in den Schatten zu setzen und dieses Buch dieses Sommerbuch zu genießen und ja die Zikaden zu hören vor sich hin zikatieren.
00:41:53: Und ja, Marcel Panoll, Marcel und Isabel im Pieper-Verlag das Sommerbuch.
00:42:01: jeder der glücklich sein möchte und auf eine glückliche Kindheit zurückblicken könnte und müsste, der müsste das lesen.
00:42:11: Ja!
00:42:13: Das war's schon wieder.
00:42:14: Aber wir sind am Selektieren, du hast schon ganzen Packen von neuen Büchern mitgebracht und sagst, das musst du lesen!
00:42:22: Ich bin super gespannt was du mitgebracht hast.
00:42:24: Das wartet dann sicher in der nächsten Sendung auf uns beide.
00:42:29: und vielleicht hast du noch ein gutes Schlusswort Literatur dass unser Leben begleitet, unser Leben durchdrängt mit etwas Neuem.
00:42:38: Gut wir haben aber es ... Kita hatten wir als erstes Buch.
00:42:42: Es gibt, meine ich dieses arabisch Sprichwort ein Buch ist ein Garten den man in der Tasche trägt.
00:42:49: Diesen Garten können wir aufsuchen?
00:42:52: Die Taschen öffnen und den Garten reinlassen und immer wieder an diese Tasche reingucken und sich am Garten erfreuen.
00:43:00: Dann freuen wir uns auf's nächste Mal.
00:43:02: bis bald!
00:43:03: Gerne Kommentare, Likes.
00:43:05: Wohlgemeinte Kritik!
00:43:07: Wir freuen uns über jede Reaktion.
00:43:09: Vielen Dank bis dann
00:43:13: das nächste Lieblingsbuch beginnt mit einer Empfehlung Seite eins.
00:43:18: was soll ich lesen?
00:43:19: der podcast mit Josua Straß und Axel Dürren.
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